Mittwoch, 14. Februar 2024

Ankündigung: Wandmalereien der Nelkenrevolution

 



Portugiesisch-Hanseatische Gesellschaft (PHG)

lädt ein:

Historische Wandmalereien zum 50. Jahrestag der Nelkenrevolution in Portugal mit Vernissage am 24. April um 19 Uhr  in der Kunstklinik, Eppendorf, Martinistraße 44a

Diese Ausstellung von Wandbildern der portugiesischen Wende zeigt einige der letzten Spuren, die für eine gesellschaftliche Utopie stehen und die Hoffnung auf eine bessere und gerechtere Welt verkörpern. Portugals Murais/Wandbilder der Nelkenrevolution von 1974 spiegeln die Kraft des portugiesischen Volkes wider, das sich ohne Blutvergießen mit der Hilfe von progressiven Militärs von der Diktatur befreite und den Weg zur Demokratie fand.

In unserer Ausstellung zeigen wir auch zwei Plakate der Militärbewegung MFA (Movimento das Forças Armadas - Bewegung der Streitkräfte), die deren Bemühungen widerspiegeln in engem Kontakt mit der Zivilbevölkerung zu handeln. Eine der Hauptforderung dieser Zeit war die Realisierung einer Agrarreform, was sich auf einigen der Wandbilder wiederfindet. Diese Forderung wurde bis zum heutigen Tag nicht erfüllt, sondern die Landgüter wurden nach wenigen Jahren vom Staat an deren Vorbesitzer zurückgegeben und die dort gebildeten Kooperativen oft mit Gewalt aufgelöst.

Die ursprünglichen revolutionären und demokratischen Wandbilder, die
in Portugal 1974-1976 den Aufbruch verkündeten, sind inzwischen verschwunden. Allerdings sind seit 2014 in vielen portugiesischen Städten Wandmalereien zum Andenken an die Nelkenrevolution entstanden.  Sie reflektieren die kulturhistorische Bedeutung des politischen Wandels Portugals vor fünfzig Jahren und stellen diesen Wandel in den Kontext gesellschaftlicher Verdrossenheit, von Politikversagen, Korruption und europäischer Identitätskrise. Die Ausstellung enthält drei Beispiele für Wandmalereien, die ab 2014 zum Andenken an die Nelkenrevolution entstanden sind. 
































Fotoquelle: Archiv Centro de Documentação 25 de Abril





 


Donnerstag, 25. Januar 2024

Aracy de Carvalho


Der Engel von Hamburg

Text von Gerd Jückstock

In diesem Jahr ist es 90 Jahre her, dass Aracy de Carvalho mit ihrem Sohn von Brasilien nach Hamburg gezogen ist. In unserer Stadt weitgehend unbekannt, wurde sie dagegen in Brasilien, Israel und den USA ab den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf vielfältige Weise für ihre selbstlose Hilfe bei der Emigration jüdischer Bürger von Hamburg nach Brasilien geehrt.



Foto: Tess Carvalho Family Collection/NDR
Als Mitarbeiterin des brasilianischen Generalkonsulats in Hamburg rettete Aracy Hunderten von Juden das Leben, indem sie Ihnen entgegen den Anweisungen ihres Ministeriums unterschiedliche Visa zur Ausreise nach Brasilien ausstellte. Geboren in Brasilien als Kind eines portugiesischen Vaters und einer deutschen Mutter, zog es sie nach der Trennung von ihrem deutschen Ehemann von São Paulo nach Hamburg, wo Verwandte ihrer Mutter sie kurzzeitig aufnahmen. Als alleinerziehende Mutter wollte sie der Diskriminierung in ihrer konservativ- geprägten Umgebung entgehen und in Hamburg ein neues, freieres Leben beginnen. Als zweisprachig Aufgewachsene fand sie bald eine Anstellung in der Visaabteilung ihres Heimatkonsulats, wo sie auch ihren späteren Lebenspartner kennenlernte. Bis zum Kriegseintritt Brasiliens konnte sie allein aus Menschlichkeit durch ihre nicht ungefährliche Tätigkeit (sie stand nicht unter diplomatischem Schutz) viele Leben retten, dann musste sie Hamburg wieder verlassen.

Die Geschichte dieser besonderen Frau können Sie im MOPO-Magazin "Unser Hamburg" - Band 19 nachlesen https://shop.mopo.de/products/mopo-magazin-unser-hamburg-band-19 oder in dieser ARTE-Doku anschauen: